| Solange die
Menschen nicht genug zu essen haben, hungern sie körperlich. Sind sie aber satt, hungern sie seelisch, weil "der Mensch von Brot allein nicht lebt"! Man muß mit den Menschen leben, die man hat, andere findet man nicht. Menschen, die nicht mehr kämpfen, sind wie ein Zug auf einem Abstellgleis. Leute, die nicht mehr aufbegehren, resignieren, alles hinnehmen, das ist unser Untergang! Man muß tätig sein! Wie demütigend der Gedanke, daß diese alte Erkenntnis immer wieder vergessen wird und immer wieder mühsam erworben werden muß. Meine Widersprüche zermürben mich, ich muß lernen, mit ihnen zu leben mich von ihnen nicht unterkriegen zu lassen. ... Nicht auf die Erleuchtung warten, auf die Reinheit der Seele. Niemals wird man dahin gelangen. Was zählt ist Tätigkeit! Wichtig ist zu zeigen, wie die Menschen leiden, weil sie nie machen können, was sie wollen (falls sie das überhaupt wissen), und weil ihre ungenutzten Kräfte verdorren, weil sie leben wollen und zum Nichtleben verurteilt sind, von einer blinden, erbarmungslosen Umwelt, weil ihr inneres Gesetz umsonst ruft und nicht gehört - und meist nicht verstanden wird. |
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Maxi
Wander, "Tagebücher und Briefe" |
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