sie saßen und tranken am teetisch  
  und sprachen von liebe viel  
  die herren die waren ästhetisch  
  die damen von zartem gefühl  
  .  
  "die liebe muß sein platonisch"  
  der dürre hofrat sprach  
  die hofrätin lächelte ironisch  
  und dennoch seufte sie"ach"  
  .  
  der domherr öffnete den mund weit  
  "die liebe sei nicht zu roh  
  sie schadet sonst der gesundheit"  
  das fräulein lispelt "wieso"  
  .  
  die gräfin spricht wehmütig  
  "die liebe ist eine passion"  
  und präsentiert gütig  
  die tasse dem herren baron  
  .  
  am tische war noch ein plätzchen  
  mein liebchen da hast du gefehlt  
  du hättest so hübsch mein schätzchen  
  von deiner liebe erzählt  
     
     
  Heinrich Heine  
  (Aus Heinrich Heine: "Buch der Lieder" 
 
Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1978)
 
     
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