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Ihre Vermutung, ich sei traurig, weil allein, verstimmte mich.
Ich bin gewohnt, allein zu reisen. Ich lebe, wie jeder wirkliche
Mann, in meiner Arbeit. Im Gegenteil, ich will es nicht anders  
und schätze mich glücklich, allein zu wohnen, meines Erachtens
der einzigmögliche Zustand für Männer, ich geniese es, allein zu
erwachen, kein Wort sprechen zu müssen. Wo ist die Frau, die 
das begreift? Schon die Frage, wie ich geschlafen habe, verdrießt
mich, weil ich in Gedanken schon weiter bin, gewohnt, voraus 
zu denken, nicht rückwärts zu denken, sondern zu planen.
Zärtlichkeiten am Abend, ja, aber Zärtlichkeiten am Morgen sind 
mir unerträglich, und mehr als drei oder vier Tage zusammen mit 
einer Frau war für mich, offen gestanden, stets der Anfang der 
Heuchelei, Gefühle am Morgen, das erträgt kein Mann. Dann lieber 
Geschirr waschen!
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Max Frisch, aus Homo Faber
(Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M., 1957)

 
     
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