Buntes Laub raschelt unter meinen Füßen,
der Wind trägt es wirbelnd mit sich davon.
Sommer ade, der Herbst läßt nun grüßen.
Die Luft ist klar, der Farben warmer Ton,
erfrischt den Geist und die Sinne.
Ich seh die leichten Fäden der Spinne,
glitzernd schweben in der Sonnenflut,
die durch das licht geword’ne Laub der Kronen
sich seine Bahnen sucht.

Zart und fein, seh ich dich steh’n am Waldesrand,
Herbstzeitlos, wirst du genannt.
Die letzte Biene umschwirrt den Blütenrand,
um zu rauben deinen Blütensaft.
Sie gibt der Biene noch die letzte Kraft,
um zurückzukehren, in den heimatlichen Schwarm.
Eine leuchtende Libelle schwirrt
im letzten Sonnenstrahl,
ich dreh mich um, ein letztes mal.
Ich denke mir im stillen fort,
ich nehm Dich morgen mit, zu diesem Ort.
Um gemeinsam zu genießen,
der Erde schönsten Hort,
und zu bewundern dich, oh du Herbstzeitlos.

ROSEMARIE DOLL

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